
Banteay Chhmar ist ein riesiger Komplex von Trümmern, hundert Kilometer nord-westlich von Angkor gelegen, heute nahe an der Grenze zu Thailand.
Hier entstand in der Bayon-Epoche, in der Zeit Jayavarmans VII. (1181 - ca. 1220), eine buddhistische Kloster-Stadt, nahe der Königlichen Straße von Angkor nach Phimai (heute in Thailand).
Schon Aymonier, der die Anlage um 1900 besuchte, war schockiert über den „unbeschreiblichen Verfall“. Die Khmer verwendeten keinen Mörtel. In Angkor Wat hatten sie das durch äußerst sorgfältige Bearbeitung der Sandsteinblöcke wett gemacht; hier in Banteay Chhmar hat man nicht sorgfältig genug gebaut. Zerstörungen und Plünderungen bis in die jüngste Vergangenheit haben ein Übriges getan.
Digitale Rekonstruktion durch Olivier Cunin. (Link 1, Link 2)
Die Gesamtanlage ist am besten auf der Karte von Global Heritage Fund (GHF) zu überblicken.
Im Einzelnen
- Der zentrale Tempel, mit mehreren Gesichter-Türmen. Hier brauchen Sie einen ortskundigen Führer.
- Die große Galerie (III) mit Reliefs.
- Der Feuerschrein.
- Der große Wassergraben mit Riesenbalustraden noch gut sichtbar im Osten und Süden.
- Prasat Mebon, mit Gesichter-Turm, im Baray.
- Prasat Ta Prohm, ebenfalls mit Gesichter-Turm.
Reliefs der großen Galerie
Ähnlich wie in der äußeren Galerie des Bayon stellen die Reliefs an der Südflanke der Ostseite historische Szenen dar.
An der Südflanke der Ostseite ist der Bodhisattva Avalokiteshvara als erhabener Gott dargestellt; an der Ostflanke sehen wir eine mythologische Szene.
Banteay Chhmar wird jetzt von Global Heritage Fund restauriert, das ist ein Jahrhundertwerk!
Banteay Toap
Beschreibung auf der englischen Seite.
Tourismus
Banteay Chhmar wurde bisher vom Weltkulturerbe-Status verschont.
Der Banteay Chhmar Community-Based Tourism (CBT) ist eine sympathische Alternative zur Tourismus-Industrie.
In Banteay Chhmar spricht man nur englisch; mehr auf der englischen Seite.
Wikipedia deutsch http://de.wikipedia.org/wiki/Banteay_Chhmar
Quellen
- Aymonier 1999, p. 132-145.
- Briggs, p. 225-227.
- Roveda 2005, p. 434-444.
Vittorio Roveda has thoroughly studied and described the reliefs of Banteay Chhmar. (Citations from there.) - Jacques/Lafond, p. 239, 246-255.
- CAC, Groupe de Banteay Chhmar, 2007
- Jacques/Lafond, p. 235-240, 246-256.







